"Fit" als Klassensprecher 2018

Es geht voran: Klassensprecher trainieren in Folgemodul

Von: Schülersprecher

Wie jedes Jahr fand auch dieses Mal wieder ein Klassensprechertraining unter der Leitung von Peter Linnenkohl und Wolfgang Retz statt. Am vergangenem Freitag, dem 02. März 2018 haben sich 31 Klassensprecher und Klassensprecherinnen der Ratzeburger Schulen GLS, LG und Pestalozzi in der Aula der Lauenburgischen Gelehrtenschule für dieses 2. Klassensprechertraining getroffen. Nach einem kräftigenden Mittagessen folgten intensive Gruppenarbeiten. Dort wurde sowohl erarbeitet, was eigentlich die Schulkonferenz ist, sowie was WIR tun können, um uns in der Schule wohler zu fühlen. Zudem wurde der neuste Stand an den Schulen untereinander ausgetauscht.

Hier einige Ergebnisse in der Zusammenfassung:

Schulkonferenz

Die Schulkonferenz ist das oberste Beschlussgremium der Schule, welches zu je einem Drittel aus Schülern, Eltern und Lehrern besteht. In der Regel werden in den nicht öffentlichen Sitzungen Themen wie beispielsweise die Pausenordnung besprochen, darüber diskutiert und abgestimmt. Sie kann auf Wunsch einberufen werden, wenn ein Drittel der gewählten Mitglieder dafür stimmt. Die Vertreter werden für eine Dauer von 2 Jahre von der jeweiligen Gremien (Elternbeirat, SV, Lehrerkonferenz) gewählt.

Wohlfühlen in der Schule

Der Großteil der Klassensprecher ist zu dem Ergebnis gekommen, dass eine saubere Umgebung zum Wohlwühlfaktor der Schule beitragen würde. Daher sollte jeder auf seine Hinterlassenschaften achten und Müll oder Dreck beseitigen.

Auch ein freundlicher und gesitteter Umgang verbessert das Klima an der Schule. Um dies zu erreichen, sollte jeder auf seine Ausdrucksweise und Umgangsformen achten und sich an Regeln halten.

Im Einzelnen kamen die Gruppen zu den in den nachfolgenden Bildern aufgezeigten und im Anschluss jeweils mit allen diskutierten Punkten:

Abb1: Projekte der SV und der Klassensprecher (m/w)
Abb1: Projekte der SV und der Klassensprecher (m/w)

Abb2: Was können Schüler und Lehrer (mehr) beitragen, damit sich alle in der Schule wohler fühlen?
Abb2: Was können Schüler und Lehrer (mehr) beitragen, damit sich alle in der Schule wohler fühlen?

 

Textergänzung

Von: Wolfgang Reetz

Dieses Folgemodul im Anschluss an das mehrtägige Auftakttraining vom Oktober 2017 zeigte einmal mehr, mit welcher Energie und welcher Motivation die jungen Mandatsträger (m/w) sich ihrer Aufgabe als Klassensprecher (m/w) annehmen,  immerhin galt es dafür auch einen Freitagnachmittag einzubringen. Dabei ist immer wieder erfreulich, mit welcher Offenheit und Vorbehaltlosigkeit die Jugendlichen der verschiedenen Schulen trotz unterschiedlicher Voraussetzungen zusammenarbeiten: So entwickelt sich ein gemeinsames Verantwortungsgefühl und eine Kultur der wechselseitigen Unterstützung auf dem Weg zu gelebter Mitverantwortung und Mitbestimmung. 

Abb3: Die gemeinsame Ergebnisfindung
Abb3: Die gemeinsame Ergebnisfindung

Gerade im Themenkomplex „Schulkonferenz“, in dem aus den §§ 62, 68  des Schulgesetzes SH durch die Gruppen herausgefiltert wurde, welche Mitgestaltungsmöglichkeiten es gibt, sahen wir immer wieder in erstaunte Gesichter ob der darin enthaltenen Ansatzpunkte. Nur über die Kenntnis der gegebenen Räume lassen sich diese im Rahmen der Mitverantwortung ausfüllen: Darauf kam es in diesem Arbeitsschritt an.

Im Abschlussmodul für das Schuljahr 2017/18, das für den 29.07. terminiert ist, werden der Fortschritt der Projekte beleuchtet, sowie Eckprojekte für die Klassensprecher und Schülervertreter (m/w) des Folgeschuljahres formuliert. Wenn es dann im Oktober dieses Jahres für die Neu- oder Wiedergewählten in das Auftakttraining geht, dann wird es heißen: Gestaltet eure Schule über demokratische Beteiligungsprozesse mit!

Als Begleiter der Trainingsreihe „Fit als Klassensprecher“ und im Namen aller Jugendlichen bedanken wir uns bei unseren Sponsoren und Unterstützern, insbesondere bei der Bürgerstiftung Ratzeburg, dass dieses Demokratietraining für die Klassensprecher und Klassensprecherinnen der Ratzeburger Schulen möglich ist!

"Fit" unterwegs 2017

Klassensprecher in Sturm und Wind

Verfasser: Wolfgang Reetz

Zum dritten Mal fand in der Woche vor den Herbstferien das Auftakttraining für Klassensprecher statt, wieder heuerten die Klassensprecher und Klassensprecherinnen dafür auf dem Traditionsschiff De Albertha an. Wismar war als Starthafen gesetzt, dank der Freiwilligen Feuerwehr Ratzeburg und dem „Marschbefehl“ durch den Bürgermeister konnte dieses Mal auch die An- und Abreise sehr unkompliziert gestaltet werden. So kam es, dass an jenem Dienstag zwei Feuerwehrfahrzeuge vollbesetzt mit Jugendlichen auf die Pier in Wismar rollten, nicht lange danach hatte jeder seine Koje in dem ihm zugedachten Raum gefunden und sich häuslich eingerichtet. Auf nur drei Quadratmeter ist das nicht einfach, doch konnte hier die erste Erfahrung gesammelt werden darüber was es heißt, auf engem Raum mit anderen Menschen und ihren Gewohn- wie auch Eigenheiten zurecht zu kommen! Vor (leider nur) vierzehn Klassensprecher/innen der Gemeinschaftsschule, zwei der Pestalozzischule und, erstmals, zwei Jungen aus dem Insight Team lagen nun vier Tage, die es in sich haben sollten.

Doch es begann ganz harmlos. Einweisung durch den Kapitän Dick Kroes, Vorstellung der Mannschaft und ausführliche Hinweise zur Sicherheit, danach die Einteilung der Arbeitsdienste; schließlich ist es Grundprinzip auf einem Schiff, dass jeder auf jeden achtet und jeder für jeden für jeden mitdenkt und auch mitarbeitet, sei es bei der Zubereitung der Mahlzeiten, der täglichen Säuberung des Schiffes oder der mit Recht so beliebten „Backschaft“, dem Abwasch. Schließlich und endlich durften anschließend alle sich dem Abendessen hingeben. Der Abend war damit jedoch noch nicht vorbei, denn nun kamen, ohje,  die beiden Trainer Wolfgang Reetz und Peter Linnenkohl auch noch mit inhaltlichen Dingen zum Klassensprechertraining, schließlich handelte es sich nicht um einen Spaßausflug (auch, wenn der Spaß an keiner Stelle zu kurz kam). Klar, dass der Abend damit nicht beendet war, Nachtruhe einkehren zu lassen ist eben in so einer Gruppe und in einer spannenden, neuen Umgebung nicht ganz so einfach.

Am Mittwochmorgen dann wurde es ernst: Jetzt ging es um die Schiffsaufgaben. Als Mannschaft fungierten wie immer die Jugendlichen, ob Segel vorbereiten, Segel setzen, Taue und Leinen bedienen, ab- oder anlegen: Alles wurde von der Gruppe unter Hilfestellung durch die Bootsfrau Widdeke Hand in Hand ausgeführt und erledigt. Erst zögerlich, dann immer sicherer wurde unsere Klassensprechermannschaft – und das war auch bitter nötig. Der Wind frischte kräftig auf, bald pfiffen 6 Bft durch die Takelage und das Schiff bekam ordentlich Schräglage. „Alles seefest?“ fragte der Schiffsführer, was heißt: Sind alle Dinge unter Deck gesichert, einschließlich des Kühlschrankes? Denn sonst würde dieser sich fröhlich erleichtern und den gesamten Inhalt auf die andere Schiffsseite an der Wand positionieren, was für das Backschaftteam eine unangenehme Zusatzaufgabe bedeuten würde. Der Kurs wurde abgesteckt, Kirchdorf / Poel war das erste Ziel.

Nun wurde es gemütlich unter Deck – und ernst; denn jetzt ging es an die Aufgabenstellungen zum Training. Es wurden Gruppen zu allen Personengruppen, die Schullleben gestalten, gebildet, also Schüler, Klassensprecher, Eltern, Lehrer und Schulleitung. „Welche Erwartungen hat die jeweilige Gruppe an Klassensprecher?“ hieß die erste Aufgabe, und: „Sprecht als Gruppe mit den anderen Gruppen, um Erwartungshaltungen kennen zu lernen und auszutauschen!“. Bis weit in den Abend wurde gearbeitet, dann, zu guter Letzt, wurde eine Plenumssitzung durchgeführt, in der die einzelnen Gruppen miteinander diskutierten.

Tags drauf hieß es dann: „Kurs Neustadt“, gesagt – getan. Mit bis zu acht Knoten schnitt sich der Bug der Albertha durch die See, fast 30 Seemeilen waren zu bewältigen. In Neustadt dann ein ähnlicher Ablauf: Schiff aufklaren, Essen zubereiten, Gruppen- und Plenumsaufgaben. Mit jedem Tag, ja nahezu jeder Stunde, wuchs merkbar aus den insgesamt 18 Jugendlichen eine Mannschaft heran, auch, wenn einige (und immer dieselben) immer wieder mehrere Aufforderungen brauchten um ihre Schiffsdienste auszuführen; zu groß war die Verlockung, statt abzuwaschen doch lieber mal den Teint zu überprüfen. Donnerstagabend mussten wir dann Wismar wieder erreichen, und das wurde ein hartes Stück Arbeit! „Da draußen ist die Hölle los!“ hieß die klare Ansage des Kapitäns, alles musste doppelt seefest gemacht und verzurrt werden,. Zunächst begann es recht harmlos, doch dann wuchsen mit jeder Seemeile die Wellen an, der Wind wurde stärker bis dann auch ein paar Böen der Windstärke 9 das Schiff durchschüttelten. Doch Alberthachen wie Mannschaften meisterten das bravourös, am späten Nachmittag legten wir wieder in Wismar an.

Der Abend gehörte dann noch einmal den Trainingsinhalten, dabei standen das Schulgesetz und die Möglichkeiten der einzelnen Gruppen im Vordergrund. Klar, dass der Abschiedsabend dann noch einmal richtig ausgekostet wurde, zu viele Stunden Schlaf hat wohl kaum jemand bekommen. Am Morgen dann standen wieder die Feuerwehrfahrzeuge bereit, nach dem Schiffsputz und der Verladung von gefühlt 12 Tonnen an Gepäck ging es für die Jugendlichen dann direkt in die Herbstferien.

Spannende Tage hatten damit ihren Abschluss gefunden, nun gilt es, die Erkenntnisse aus dem Training in den Schulalltag zu übertragen und vor allem auch den Mut zu haben, mit dem erlangten Hintergrundwissen und auf Basis der Übungen die Rolle als Klassensprecher und Klassensprecherin mit Leben zu erfüllen. Gestalten statt verwalten: Das ist die Aufgabe – und das mit breitem Rücken und gutem Selbstbewusstsein.

Der Dank aller gilt an dieser Stelle denjenigen, die dieses besondere Auftakttraining auf dem Traditionsschiff möglich gemacht haben, allen voran der Bürgerstiftung Ratzeburg, die den Großteil der Finanzierung übernommen hat. Ohne sie wären derartige Projekte, die der Demokratiebildung und der verantwortungsbewussten Mitbestimmung und Mitgestaltung durch die Jugendlichen dienen, nicht möglich! Wir hoffen, dass wir auch 2018, dann unter modifiziertem Konzept, wieder mit der Unterstützung der Stiftung rechnen dürfen.

"Fit" als Klassensprecher 2017

Vier Monate nach der Auftaktfahrt mit dem Traditionssegler kamen jetzt die Klassensprecher und Klassensprecherinnen der Gemeinschaftsschule, der Lauenburgischen Gelehrtenschule und der Pestalozzischule wieder zusammen, um in ihrem 2.Trainingsmodul bisher Erreichtes und auch bisher nicht Erreichtes zu betrachten und zu diskutieren.

Gastgeber war dieses Mal die Lauenburgische Gelehrtenschule, deren SV sogar aus der eigenen SV-Kasse mit belegten Brötchen und Getränken das Mittagaessens für alle sponserte. In der Aula fanden sich 34 Vertreter und Vertreterinnen aus den drei Schulen zusammen, wobei wieder die LG den größten Anteil stellte während fast die Hälfte der Klassensprecher/innen der Gemeinschaftsschule trotz Freistellung vom Unterricht der gemeinsamen Weiterbildung fernblieb; hier gilt es noch weiter am Verständnis von Verantwortung und Engagement zu arbeiten.

Mit großem Engagement und viel Spaß widmeten sich die Jugendlichen der drei Schulen unter der Moderation von Peter Linnenkohl und Wolfgang Reetz neben der Rückschau auf die vergangenen Monate den Themen „Klassenrat“ und „Zusammenarbeit“. So war es eine Freude zu erleben, wie schulübergreifend und in stets gemischten Gruppen die Einzelinhalte ohne jede Berührungsängste detailliert und kreativ zusammengetragen, sowie anschließend vom jeweiligen Gruppensprecher vorgetragen wurden. Dabei wurde deutlich, dass recht viele Ziele in der Klassensprechertätigkeit von einzelnen schon erreicht und umgesetzt werden konnten, im Austausch wurden zudem mögliche Wege für bisher nicht Erreichtes besprochen und diskutiert.

Ein Highlight waren dann die Übungen zu Präsentation und Rhetorik. In humorvollen und von viel Phantasie getragenen Vorträgen auf der Bühne der Aula wurde geübt, die persönlichen Wirkungsfaktoren wie Körpersprache, Gestik und Sprache gezielt einzusetzen. Eine Erfahrung, die in vielen Situationen des schulischen und außerschulischen Lebens hilfreich ist.

Jetzt freuen sich alle auf das 3. Modul, das am 07. Juli 2017 durchgeführt wird und das zum Jahrgangsabschluss mit einer Grillparty gefeiert werden wird.

 

"Fit" als Klassensprecher 2016

"Fit" als Schülersprecher 2015

Schülerinnen und Schüler im Demokratietraining

Am letzten Samstag, einem Tag also, an dem es üblicher Weise keinen Jugendlichen in die Schule zieht, kamen 10 Schüler und Schülerinnen zusammen, um sich gemeinsam in ihrer Rolle als Klassen- und Schülersprecher weiterbilden zu lassen. Die Veranstaltung war als gemeinsames Training für unsere Schule und die LG gedacht und geplant, am Ende aber nahmen sich nur Jugendliche der LG für diese Fortbildung Zeit. Dennoch soll an dieser Stelle kurz über den Tag berichtet werden – vielleicht können wir im nächsten Modul auch wieder mit Klassen- und Schülersprechern/innen unserer Gemeinschaftsschule rechnen.

Seit etwa einem Jahr führen Peter Linnenkohl und Wolfgang Reetz im Rahmen des Klassen-/ Schülersprechertrainings Coachings unter dem Titel „Fit als Klassensprecher“ durch. Das Ziel: Jugendliche, die sich im Schulleben über die ehrenamtliche Tätigkeit als Klassen- oder Schülersprecher engagieren, in der Wahrnehmung ihrer demokratischen Verantwortung und Mitbestimmung auszubilden und vor allem ihnen auch den Rücken zu stärken.

So trainierten die jugendlichen Mandatsträger und -trägerinnen jetzt das Durchführen von Sitzungen der Schülervertretung und des Klassenrates. Wie leite ich durch die Tagesordnung? Wie leite ich Abstimmungen? Wie gehe ich mit Störern in Sitzungen um? Welche Regeln gelten in den Sitzungen? – dies waren nur einige Punkte des umfangreichen Programms.

Mit großem Engagement stellten sich die Schülerinnen und Schüler den Aufgaben in diesem Training, in denen auch der Spaß nicht zu kurz kam. So zum Beispiel bei einer Übungs-Tagesordnung, in der, nicht ganz ernst gemeint, der Punkt „Aufbau eines Bogenschieß-Platzes auf dem Schulhof“ zur Diskussion stand. Souverän meisterten die Sitzungsleiter und Sitzungsleiterinnen auch unqualifizierte Zwischenrufe – eben fit als Klassensprecher und fit für demokratische Prozesse.

Für die meisten der Teilnehmer/innen war es bereits das zweite Modul. Im so genannten „Kick-Off-Modul“, das über drei Tage geht, hatten sie sich in einem Camp an der Müritz bzw. auf dem Traditionssegler De Albertha schon im Sommer Kenntnisse über schulrechtliche Möglichkeiten der Mitwirkung und im Führen kritischer Gespräche angeeignet.

Für die Teilnehmer und Teilnehmerinnen stand am Ende des Tages fest: „Wir“ so resümiert Leif Reinhold aus der 13. Jahrgangsstufe für alle, „haben jetzt noch mehr Rüstzeug, um unsere Aufgabe, in die wir gewählt wurden, noch besser wahrzunehmen und aktiv das Schulleben mit zu gestalten. Die Schülerinnen und Schüler, die uns gewählt haben, erwarten auch genau das von uns. Jetzt werden wir mit Spaß daran an so manchem Rad drehen. Dabei würden wir uns freuen, wenn im nächsten Modul auch Schüler und Schülerinnen aus der Gemeinschaftsschule dabei wären!“

Für die Pause dieses arbeitsreichen Tages wurden übrigens alle mit belegten Brötchen, Brezeln und Getränken verwöhnt. Die Kosten dafür übernahm der Schulverband Ratzeburg, dafür bedanken sich alle Teilnehmer und Teilnehmerinnen ganz herzlich.

"Fit" unterwegs 2015

Unsere Klassensprecher und Klassensprecherinnen auf hoher See

Bilder: Svenja Hinz

 

„Welche Kabine sollen wir nehmen?“, dies war die am häufigsten gestellte Frage, nachdem die 19 Klassensprecher und -sprecherinnen das Traditionsschiff De Albertha im Hafen von Laboe enterten. Schnell waren sich alle über die Kojenverteilung einig und begutachteten neugierig das 124 Jahre alte Schiff, das an der Nordmole des alten Hafens auf alle wartete. Dann ging`s los.

Natürlich ist es nicht sinnvoll, als für die Jugendlichen und die Schule tätige Erwachsene hier diese Tage zu beschreiben, deshalb werden hier auch nur die grundlegenden Gedanken dieses (Pilot-) Projektes aufgezeigt. Ein Schülerbericht mit den Erlebnissen der Tage aus Sicht betroffener und beteiligter Klassensprecher folgt!

Unter besonderen Vorzeichen stand der gemeinsame Aufenthalt an bzw. auf der Ostsee, schließlich waren die Schülervertreter nicht zu einer Klassenfahrt zusammen gekommen, sondern für eine Ausbildungsfahrt, auf der es um ihre Rolle und ihre Aufgaben als Klassensprecher gehen sollte. „Lernen am anderen Ort“ also und das in noch nicht dagewesener Gruppenzusammensetzung. Auf der einen Seite die als Klassensprecher gewählten Siebtklässler, auf der anderen Seite die Vertreter der 10. Klassenstufe und der Schulsprecher, vielfältiger kann eine Schulgruppe kaum zusammengesetzt sein.

Die Ausbildungsfahrt entsprang den Gedanken von Wolfgang Reetz (Schulprojekt Auszeit) und Peter Linnenkohl (Schulsozialarbeiter), beide haben sich eine aktive Förderung der Schülerbeteiligung im Rahmen der Demokratieausbildung auf die Fahne geschrieben und setzten nun alles daran, dieses Projekt realisieren zu können. Schnell fanden sich viele Unterstützer innerhalb und außerhalb unserer Schule, schließlich musste das Vorhaben auch finanziert werden. Das gelang dank des Engagements des Schulverbandes Ratzeburg, der Bürgerstiftung Ratzeburg und des Vereins Segeln-wirkt-immer e.V. (Holzwickede), allen drei Institutionen sei an dieser Stelle der herzliche Dank der Jugendlichen und der Initiatoren ausgesprochen!

Wie aber kam es zu diesem Projekt? Aufgabe der Klassensprecher (m/w) ist es, sich aktiv an der Gestaltung der Schule und des Schullebens zu beteiligen. Das erfordert Kenntnisse und Fähigkeiten, das erfordert ein klares Verständnis der Rolle mit allen ihren Möglichkeiten und genau hier fanden sich die Themen der dreitägigen Ausbildungsfahrt, mit denen sich die Jugendlichen auseinandersetzten. Hier eine Auswahl:

Was bedeutet meine Rolle als Klassensprecher?

Welcher Erwartungen bestehen an das System Schule, an die Schülerschaft, die Elternschaft und die Lehrerschaft – und umgekehrt?

Welche rechtlichen Möglichkeiten und welche Mitwirkungsmöglichkeiten haben Klassensprecher in ihrer Funktion?

Wie können Klassensprecher aller Klassenstufen zusammen und auch schulübergreifend wirken?

Wie führe ich schwierige Gespräche mit meiner Klasse, mit Lehrern und mit Eltern?

Von Gesetzestexten anhand konkreter Beispiele aus dem Schulalltag bis hin zu Rollenspielen einer Gesprächsführung reichten die Arbeitsaufträge, schnell wurde dabei deutlich wie groß die Lücken einerseits und der Wissensdurst andererseits waren. Schülervertreter auf die Durchführung eines Weihnachtsbasars und die Organisation einer Abschlussfeier zu reduzieren entspricht ganz sicher nicht dem Geist der Institution „Schülervertretung“, hier Mittel und Wege, aber auch das dafür aufzubringende Engagement aufzuzeigen waren wichtige Eckpfeiler der Inhalte der Schulungseinheiten an Bord des Schiffes.

Warum aber diese Ausbildungsfahrt auf einem Schiff? Ein Schiff ist ein Schmelztiegel, in kaum einer anderen Umgebung besteht in so reiner Form die Notwendigkeit einer vertrauensvollen Zusammenarbeit und des Engagements für den jeweils anderen. Jeder muss sich (schon bedingt durch die Nähe und Enge) mit jedem befassen, jeder muss dem anderen zur Seite stehen und auch Rücksicht nehmen, sei es nun bei den seglerischen Anforderungen, der Zubereitung der gemeinsamen Mahlzeiten oder der „Backschaft“: Alleine geht nichts, aus einer Zusammenarbeit wächst schnell wie in keiner anderen Umgebung ein gemeinsamer Teamgeist. Hinzu kommt als weiterer Aspekt eine Wertschätzung und Aufwertung des freiwilligen Engagements, zu dem sich jeder Jugendliche durch die Übernahme seiner/ihrer Funktion als Klassensprecher bereiterklärt hat. Jeder, der dieses Umfeld für Schulungen und Trainings mal erlebt hat, weiß: Diese Ziele wären in gleicher Zeit in anderer Umgebung (Tagungszentrum, Jugendherberge) niemals zu erreichen gewesen.

„Noch nie haben wir Klassen übergreifend so viel miteinander geredet, einander geholfen und zusammen Themen erarbeitet. Die Älteren halfen den Jüngeren und die Jüngeren fragten die Älteren: So muss Schülervertretung sein und genau das haben wir hier gelernt!“, so ein Feedback in der Abschlussrunde an Bord. Was will eine Schule mehr?

Zu guter Letzt erhielt jede/r Jugendliche am Ende der Veranstaltung einen kleinen Ausweis, der ihn/sie von nun an als „Klassenlotse“ identifiziert.

Die Arbeitsergebnisse müssen nun und werden nachgehalten werden, die -gewünschten- Auswirkungen auf den Schullalltag aber werden an unserer Schule zeitnah und im Sinne einer starken Schülervertretung zu einer für alle am Schulleben Beteiligten hilfreichen Selbstverständlichkeit werden.

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